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Papyrusgirlitz

Serinus koliensis (Dendrospiza koliensis)

Verbreitungsgebiet und Biotope

Wird in der Mitte und im Südosten von Uganda, im Südosten von Kenia, Teilen von Zaire und im Nordosten von Ruanda und Tansania angetroffen. Diese Serinus-Art hat ein relativ begrenztes Verbreitungsgebiet in Ländern rund um den Äquator (Zentralafrika) und auch ein spezielles Biotop, welches mit Papyrusgras (Cyperus papyrus) bewachsene, sumpfige Flächen aufweist. Dieses Schilfgras kann mehrere Meter hoch werden und bildet dichte und große, flächige Bestände. Der Papyrusgirlitz lebt von Samen des Papyrus, Sorgo (eine Grasart) jungem Mais und "nascht" von Samen krautartiger Pflanzen und deren Knospen. Es wird nicht erwähnt, das diese Girlitze Insekten fressen. Er lebt vornehmlich in diesen Sümpfen und sucht sein Futter auch dort an den Uferflächen. Ihre Nester bauen diese Girlitze scheinbar aus den Blättern und Streifen dieses Papyrusgrases. Berichtet wird noch, das diese Nester keine Auspolsterung mit hellem Nistmaterial haben. In der Natur werden die Nester in einer Periode von Mai bis August im Verbreitungsgebiet angetroffen. Das ist wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Futterangebot zu sehen. Dies ist aber keine Garantie, das Serinus koliensis auch in Westeuropa in derselben Periode in Brutkondition kommt. Das Weibchen drückt sich beim Brüten tief in das Nest. Um zu schlafen suchen die Vögel die Papyrussümpfe auf.

Größe11 cm

Geschlechtsunterschiede und Unterarten

Das Weibchen ist eine mehr gestreifte Version von dem Männchen, vor allem auf dem Kopf, unter dem Schnabel und oben auf der Brust. Die schwarzgraue Maske, die das erwachsene Männchen zeigt, ist beim Weibchen viel weniger aussagend. Die Augenbrauen sind vage. Es sind keine Unterarten bekannt.

Details

Der Papyrusgirlitz ist bedroht durch das Verschwinden der schilfbewachsenen Sümpfe. Ob der Papyrusgirlitz jemals als importierter Vogel erkannt worden ist, ist zweifelhaft. Diese Art kann auch mit dem Dünnschnabelgirlitz (Serinus citrinelloides), dem Streifengirlitz (Serinus hypostictus), dem Zügelgirlitz (Serinus capistratus), dem Schwarzkinngirlitz (Serinus scotops), verwechselt werden, außer das bei diesen (südafrikanischen) Art, sowohl das Männchen, wie auch das Weibchen, deutliche gelbe Augenstreifen vorweisen. Bei der ersten Beschreibung des Papyrusgirlitzes durch Grant & Mackworth-Praed (1952) war die wissenschaftliche Bezeichnung: Serinus capistratus koliensis. Koliensis bezieht auf das Antreffen dieser Art am Fluß Koli in Uganda. Der wesentlichste Unterschied zum Streifengirlitz besteht in der Schnabelform. Der Papyrusgirlitz hat den kräftigsten Schnabel aller dünnschnäbeligen Girlitzarten vom afrikanischen Kontinent und Männchen und Weibchen zeigen mehr Streifung auf dem Kopf.

(19-02-2012)